Inoffizieller Notruf Hafenkante Fanclub

Interview mit Schauspieler Georg Leo Marx

(von Februar 2007)


Was war eigentlich das allererste, was du fürs Fernsehen gemacht hast? Wann war das?

1998 hatte ich in der ARD-Serie 'Großstadtrevier' meinen ersten TV-Auftritt. In der Folge 'Unter einem Dach' spielte ich einen Hausmeister, der an einer Tiefgaragenschranke bastelt...

Gibt es eine Lieblingsrolle, die du schon gespielt hast oder die du gerne mal spielen würdest?
Da ich im vergangenen Jahr einige 'Einsätze' bei der Kripo (Die Rettungsflieger/Der Fürst und das Mädchen) hatte, würde ich gerne einmal einen Fiesling spielen, einen 'liebenswürdigen' Psychopathen wie ihn z.B. Gerd Fröbe in 'Es geschah am hellichten Tag' oder 'Goldfinger' dargestellt hat.

Was für Rollen reizen dich insgesamt am meisten?
Das ist schwer einzugrenzen, an klassischen Theaterrollen reizt mich z.B. die ausgefeilte Sprache. Ansonsten empfinde ich die Arbeit an komischen Rollen ebenso herausfordernd und spannend wie die Arbeit an dramatischen Rollen.

Was machst du in deiner Freizeit?

Ich lese gerne (vor), male dann und wann und verliere mich hin und wieder in Gartenarbeit. Auch koche ich leidenschaftlich gerne, gemeinsam mit Freunden. Last but not least bin ich ein Familienmensch und freue mich, wenn meine Frau und ich es schaffen, gemeinsam mit unseren beiden Töchtern etwas zu unternehmen.

Du hast Theaterwissenschaften studiert, mit welchem beruflichen Ziel? Wie kam es dann zur Schauspielerei?
Lust am Schauspielen hatte ich schon als Gymnasiast. Auch als Zivildienstleistender in Aachen suchte ich in meiner Freizeit nach Möglichkeiten Theater zu spielen und Pantomime-Workshops zu besuchen, fasste schließlich den Entschluss Theaterwissenschaften in Erlangen zu studieren, mit dem Berufsziel der 'Regiearbeit'. Während des Studiums habe ich neben den Regie- besonders Gefallen an Schauspielseminaren gefunden. Nachdem ich dann mein Vordiplom (über den Ursprung des 'Harlekin') abgelegt hatte, entschloss ich mich mein Berufsziel der 'Regiearbeit' über mehr 'Schauspiel-Praxis' zu verfolgen. Damals gab es noch keine direkten Regieklassen an Hochschulen. Also bewarb ich mich an den Schauspielschulen. Nach der Schauspielausbildung in Hamburg gab ich mein Debüt am Staatstheater Oldenburg.

Was wärst du geworden, wenn nicht Schauspieler?

Vielleicht hätte ich Germanistik und Anglistik studiert und wäre Lehrer geworden. Da ich sehr gerne mit Kindern und Jugendlichen agiere, könnte ich mir auch vorstellen anderweitig in der Jugendarbeit tätig zu sein, in der Entwicklungshilfe oder im Strafvollzug.

Du spielst bei Notruf Hafenkante einen Lehrer, wie muss man sich diesen Lehrer vorstellen? Eher konservativ-autoritär oder modern-nahbar? Wie fandest du deine Lehrer damals in der Schulzeit?

Mein Lehrer in Notruf Hafenkante unterrichtet Mathematik und Erdkunde. Für meinen Auftritt ist dies weniger relevant, da ich nicht unterrichtend gezeigt werde...leicht konservativ, aber engagiert. Meine eigene Schulzeit wurde von unterschiedlichsten Lehrertypen geprägt, von sogenannten '68ern neben konservativen Junglehrern, auch von Lehrern, die ihre Jugend im 2. Weltkrieg als Soldaten erlebt hatten, usw. Diese Vielfalt an Persönlichkeiten vermittelte mir eine Menschenkenntnis und einen Erfahrungsschatz die ich nicht missen möchte. Auch wenn ich auf die nähere Bekanntschaft der einen oder anderen Lehrkraft gut hätte verzichten können.

Du bist leidenschaftlicher Hobby-Koch, was ist dein Lieblingsessen und was kochst du am liebsten?
Ich bevorzuge die mediterrane Küche, esse gerne Fischgerichte und liebe selbstgemachte Pasta. Eines meiner Lieblingsrezepte: Ricotta-Ravioli mit Kräutern und Limonen (wer das Rezept möchte, bitte mailen) erfordert etwas Geschick und Zeit - ist sehr empfehlenswert!

Was sind deine Pläne für die Zukunft beruflich wie privat?

Nachdem ich in den vergangenen Jahren immer großen Wert darauf gelegt habe, das Heranwachsen meiner Töchter (13/15) in vollen Zügen mit zu erleben, das heißt, wenig zu reisen und beruflich nicht jeder Verlockung zu erliegen, werde ich mich im kommenden Jahr mit großer Lust auf Land und Leute um weiterführende berufliche Projekte und zunehmende TV-Präsenz bemühen.

Vielen Dank für das Interview.
(c) Carina Becker