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Wir wollen euch hier eine andere Seite der Schauspieler und Beteiligten der Serie zeigen. Natürlich spielt der Beruf eine große Rolle in ihrem Leben, aber wir wollen auch versuchen auf den Menschen zu sehen, der sich dahinter verbirgt.

Klickt auf das Interview eurer Wahl, um es zu öffnen.

Interview mit Schauspielerin Rhea Harder, Juni 2007
Interview mit Drehbuchautor Marc Blöbaum, März 2007
Interview mit Schauspieler Fabian Harloff, Februar 2007
Interview mit Schauspieler Georg Leo Marx, Februar 2007
Interview mit Komponist Michael Soltau, Februar 2007
Interview mit Schauspieler Peer Jäger, Januar 2007


Interview mit Schauspieler Peer Jäger



Was war eigentlich das allererste, was Sie fürs Fernsehen gemacht haben? Wann war das?

Eine meiner ersten Rollen vor der Kamera war 1965 die des Leutnant Malorti im DEFA-Film 'Der Reserveheld'.

Was wären Sie geworden, wenn nicht Schauspieler oder wollten Sie schon immer Schauspieler werden?

Ich bin Schauspieler geworden, weil ich immer auf die Theaterbühne wollte. Einen anderen Berufswunsch hatte ich nie.

Was schätzen Sie besonders an der Serie Notruf Hafenkante, bzw. an den Dreharbeiten dazu?

Ich schätze die guten Geschichten, die in dieser Serie erzählt werden. Sie sind realitätsnah und werden mit Herz und Verstand erzählt. Wenn es gute Bücher gibt, machen die Dreharbeiten natürlich viel Spaß.

Wie ist die Zusammenarbeit im ‚Notruf Hafenkante`-Team?

Wir sind ein tolles Team, sowohl vor als auch hinter der Kamera. Wir arbeiten gut miteinander, lachen aber auch viel.

Gab es Momente am Set, die so besonders waren, dass Sie diese in Erinnerung behalten haben? Vielleicht eine Anekdote, die Sie mit den Lesern des Interviews teilen möchten/können?

Etwas Spezielles gibt es für mich nicht. Ich werde die gute Stimmung und die angenehme Zusammenarbeit in Erinnerung behalten.

Trefft ihr euch auch privat und unternehmt was zusammen?

Viel Zeit bleibt mir meistens nicht für private Aktivitäten mit meinen Kollegen, weil ich in Berlin lebe und nur zu den Drehtagen nach Hamburg fahre. Aber manchmal treffen wir uns nach Drehschluß, um noch einen Absacker zu trinken.

Wie viel Peer Jäger steckt in Martin Berger, bzw. wie viel Martin Berger steckt in Peer Jäger?

Als Schauspieler ist es mein Beruf, mich in die unterschiedlichsten Rollen einzuarbeiten. Aber natürlich findet man auch ein wenig Peer Jäger in der Rolle Martin Berger.

Wie sehr ärgern Sie Versprecher oder andere Pannen auf der Bühne und beim Dreh?

Versprecher und Pannen ärgern mich nicht, weil wir alle nur Menschen sind. Anstrengend wird es aber für alle, wenn Fehler aufgrund von Unachtsamkeit oder Desinteresse passieren.

Mit wem würden Sie gerne mal vor der Kamera stehen? Oder gibt es einen Regisseur mit dem Sie gerne mal arbeiten würden?

Einen männlichen oder weiblichen Lieblingskollegen oder einen Lieblingsregisseur habe ich nicht. Ich durfte schon mit vielen tollen Kollegen vor und hinter der Kamera arbeiten.

Gibt es eine Lieblingsrolle, die Sie schon gespielt haben oder die Sie gerne mal spielen würden?

Da ich vom Theater komme, gehören die klassischen Charaktere sicherlich zu meinen Lieblingsrollen. Aber auch meine Fernsehrollen liegen mir sehr am Herzen.

Was muss eine Rolle ausstrahlen, damit Sie sagen: Diese Person möchte ich gerne spielen?

Ich muß schon beim Lesen des Buches das Gefühl haben, daß sich der Autor bei der Entwicklung der Rolle Gedanken gemacht hat und daß es sich bei dem Charakter um einen Menschen mit Stärken und Schwächen handelt. Dabei ist es gar nicht so wichtig, ob die Rolle wenige oder viele Drehtage hat.

Was bedeuten Fans für Sie?

Ich fühle mich immer sehr geehrt, wenn mir Menschen sagen oder schreiben, daß sie Fan von mir sind. Denn das bedeutet, daß ich sie mit meiner Arbeit erreichen konnte.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Wenn es meine Zeit erlaubt, mache ich Sport, lese viel und gehe sehr gern ins Theater und ins Kino.

Vielen Dank für das Interview.
© Carina Becker




Interview mit Komponist Michael Soltau



Wie sind Sie Komponist geworden?

Als ich jung war, wurde bei uns zuhause immer viel klassische Musik und auch Filmmusik gehört. So bin ich wohl früh 'geprägt' worden. Nach einem Jahr Klavierunterricht habe ich begonnen, die ersten eigenen Stückchen zu schreiben. Das ging dann so weiter während des Studiums an der Musikhochschule und vor allem in den Rockbands, in denen ich Keyboards spielte. Später habe ich als Arrangeur und Produzent mit vielen Künstlern gearbeitet, Songs geschrieben und auch nebenbei Musiken für das Fernsehen produziert. Und irgendwann rief mein Agent in Sachen 'Notruf Hafenkante' an.

Wenn Sie komponieren, neue Werke schaffen, sind Sie dann stets auf der Suche nach einer neuen Musiksprache?

Ja, wobei der Begriff Musiksprache vielleicht zu allgemein ist. Bei der Arbeit an einem neuen Projekt entsteht fast automatisch ein neuer, individueller Stil, der immer eine Mischung ist aus den Inspirationen, die das Projekt bzw. der Film hervorrufen und dem persönlichen Sound, den man als Musiker mitbringt.

Inwiefern orientieren Sie sich an klassischen Komponisten oder an anderen bekannten Stücken?

Die Musik der Spätromantik bis hin zur zeitgenössischen Musik sind eine unerschöpfliche Orientierungsquelle für Orchestrierung und Klangkunst. Aus der Rock-, Pop- und elektronischen Musik, in der ich mich zuhause fühle, stammen natürlich die modernen Klänge und Grooves, die ja selbstverständlicher Bestandteil der heutigen Filmmusiksprache sind. Ich vermeide es aber, mich bewusst an bekannten Stücken zu orientieren, schließlich wird man als Komponist ja gerade wegen der eigenen Handschrift gebucht. Ein gewisser Grad der Beeinflussung lässt sich aber nicht ausschließen und das ist durchaus positiv.

Wie komponiert man eigentlich? Passiert das am Klavier, oder wird das mit technischen Geräten gemacht?

Jeder hat seine Methode. Ich bin sicherlich eher der Studio-Tüftler, der das Gros seiner Musik mit Keyboards und Computern komponiert. Gelegentlich nehme ich auch mal die Gitarre zur Hand. Die Hauptthemen und Melodien, von denen es ja in der Hafenkante einige gibt, entstehen aber auch bei mir fast immer auf dem guten, alten Klavier.

Wie lange dauert es, bis die Musik für eine Notruf-Hafenkante-Folge fertig gestellt ist?

Im Durchschnitt gehen wir von 10 ausgefüllten Arbeitstagen aus. Wenn es eng wird, schaffen wir es zur Not auch in 5 Tagen. Ich nehme mir aber in jedem Fall einen ganzen Tag Zeit für das erste Anschauen und das Schreiben eines Musikskripts.

Wie gelingt es Ihnen, den hohen Anforderungen des Filmgeschäfts immer gerecht zu werden?

Wenn mir der Film gefällt, macht die Arbeit Spaß und das führt meist zu einem guten Ergebnis. Um schnell und effektiv zu produzieren, setzte ich auf moderne Musiktechnologie und die Unterstützung durch ein starkes Team von Musikern und Arrangeuren. Man muss auch bereit sein, sehr lange zu arbeiten, auch mal nachts und am Wochenende.

Werden Sie durch gesellschaftliche, politische oder private Ereignisse beim Komponieren beeinflusst?

Wenn ich mein Studio betrete, schalte ich total ab und bin in meiner eigenen Welt, meinem Kokon, sonst klappt es nicht. Sicherlich kann einen ein positives privates Ereignis euphorisch machen und bei der Arbeit beflügeln, aber man muss auch in der Lage sein, an einem traurigen Tag eine Comedy-Musik zu schreiben. Dass ich in meiner Musik bewusst Geschehnisse aus der Politik und der Gesellschaft verarbeite, ist selten der Fall. Dafür ist Bob Dylan zuständig. Filmmusik sollte hauptsächlich durch den Film beeinflusst sein.

Wer sind für Sie die einflussreichsten und prägendsten Komponisten?

In der klassischen Musik sind es die Spätromantiker, vor allem Gustav Mahler und Richard Wagner. Sergei Prokofjiew und Dmitri Schostakowitsch waren in Russland die Pioniere der Filmmusik. In der zeitgenössischen Musik haben für mich u. a. Krzysztof Penderecki, György Ligeti und Iannis Xenakis eine große Bedeutung, weil sie auf eine fesselnde Art klangliche Extreme schaffen. Als alter Filmmusik-Fan möchte ich Ennio Morricone, Bernard Herrman, später Danny Elfman, Carter Burwell und auch Alexandre Desplat nennen, weil sie einen starken persönlichen Stil haben und nicht ihre Vorgänger kopieren.

Komponieren Sie immer Filmmusik oder auch mal etwas anderes?

Ich habe viele Jahre Musik produziert und Songs geschrieben. u. a. für Künstler wie Sarah Brightman, The Ten Tenors und José Carreras. Dem Projekt Gregorian – Masters Of Chant stehe ich als Mitbegründer und Produzent seit dem Debutalbum (1999) zur Seite.

Für welche Art von Serien / Filme komponieren Sie am liebsten?

Als Zuschauer habe zur Zeit eine Vorliebe für aufwändige Dokumentationen und würde mir wünschen, demnächst ein solches Format zu vertonen. Außerdem interessieren mich Krimis und Dramen, am liebsten solche mit mystischem Anklang, also die schweren, düsteren Themen. Als musikalisches Fitnesstraining vertone ich auch liebend gerne Actionszenen und Verfolgungsjagden.

Welche Instrumente verwenden Sie am häufigsten für die Musik aus Notruf Hafenkante?

Die Instrumentierung ist nicht einheitlich, aber es gibt durchaus wiederkehrende Elemente: Die Rettungsfahrten mit Blaulicht und die Bilder vom Hafen kommentiere ich gerne mit einer großen Hörner-Gruppe oder mit Posaunen. Einzelinstrumente haben meist besondere Funktionen: Für die Figur des Boje etwa empfahl sich eine cleane bis leicht angezerrte E-Gitarre, die wiederholt prägnante Licks spielt. Selten erklingt das Akkordeon (Schifferklavier), das typische ‘Waterkant’-Instrument. Zu meiner großen Freude waren Produktion und Redaktion von Anfang an für einen äußerst sparsamen Umgang mit musikalischen Klischees. Ansonsten sind meistens Streicher im Einsatz, bei emotionalen Szenen gerne auch in Verbindung mit Holzbläsern. Für die ganz großen Actionszenen setze ich dann das volle Orchester ein, inklusive erweiterter Schlagzeugabteilung. Synthesizer, Drumloops, Sequenzer- und progressive Elektronik-Sounds kommen zum Beispiel dann zur Geltung, wenn unser Polizeiteam Verdächtige observiert, die Täter jagt oder wenn das Notarztteam Verletzte versorgt.

Wie viele Freiheiten haben Sie, wenn Sie die Musik für Notruf Hafenkante komponieren? Schreibt die Produktion viele Dinge vor?

Wenn überhaupt, lautet die einzige Vorschrift: Die Musik muss passen, die Szenen sollen gut unterstützt bzw. kommentiert werden. Stilistisch habe ich einen sehr großen Freiraum, den ich auch gern nutze: Von orchestraler Filmmusik über Rock bis hin zu elektronischen Big-Beat-Passagen ist alles möglich. Wir achten aber auch gemeinsam darauf, dass eine 45-Minuten-Folge einen musikalischen Bogen bekommt und keine unnötigen Stilwechsel vorkommen.

Welche Art von Musik hören Sie privat?

Ich sag's mal so: Wenn ich durch einen gut sortierten Plattenladen gehe, gibt es kaum ein Regal, um das ich einen großen Bogen mache. Am längsten stöbere ich wohl bei der Filmmusik und bei Progressive Rock, aber auch in den Top 100.

Haben Sie als Komponist einen Traum?

Irgendwann genug Zeit und Muße zu haben, mein Konzeptalbum fertig zu stellen.

Vielen Dank für das Interview.
© Carina Becker




Interview mit Schauspieler Georg Leo Marx



Was war eigentlich das allererste, was du fürs Fernsehen gemacht hast? Wann war das?

1998 hatte ich in der ARD-Serie 'Großstadtrevier' meinen ersten TV-Auftritt. In der Folge 'Unter einem Dach' spielte ich einen Hausmeister, der an einer Tiefgaragenschranke bastelt...

Gibt es eine Lieblingsrolle, die du schon gespielt hast oder die du gerne mal spielen würdest?

Da ich im vergangenen Jahr einige 'Einsätze' bei der Kripo (Die Rettungsflieger/Der Fürst und das Mädchen) hatte, würde ich gerne einmal einen Fiesling spielen, einen 'liebenswürdigen' Psychopathen wie ihn z.B. Gerd Fröbe in 'Es geschah am hellichten Tag' oder 'Goldfinger' dargestellt hat.

Was für Rollen reizen dich insgesamt am meisten?

Das ist schwer einzugrenzen, an klassischen Theaterrollen reizt mich z.B. die ausgefeilte Sprache. Ansonsten empfinde ich die Arbeit an komischen Rollen ebenso herausfordernd und spannend wie die Arbeit an dramatischen Rollen.

Was machst du in deiner Freizeit?

Ich lese gerne (vor), male dann und wann und verliere mich hin und wieder in Gartenarbeit. Auch koche ich leidenschaftlich gerne, gemeinsam mit Freunden. Last but not least bin ich ein Familienmensch und freue mich, wenn meine Frau und ich es schaffen, gemeinsam mit unseren beiden Töchtern etwas zu unternehmen.

Du hast Theaterwissenschaften studiert, mit welchem beruflichen Ziel? Wie kam es dann zur Schauspielerei?

Lust am Schauspielen hatte ich schon als Gymnasiast. Auch als Zivildienstleistender in Aachen suchte ich in meiner Freizeit nach Möglichkeiten Theater zu spielen und Pantomime-Workshops zu besuchen, fasste schließlich den Entschluss Theaterwissenschaften in Erlangen zu studieren, mit dem Berufsziel der 'Regiearbeit'. Während des Studiums habe ich neben den Regie- besonders Gefallen an Schauspielseminaren gefunden. Nachdem ich dann mein Vordiplom (über den Ursprung des 'Harlekin') abgelegt hatte, entschloss ich mich mein Berufsziel der 'Regiearbeit' über mehr 'Schauspiel-Praxis' zu verfolgen. Damals gab es noch keine direkten Regieklassen an Hochschulen. Also bewarb ich mich an den Schauspielschulen. Nach der Schauspielausbildung in Hamburg gab ich mein Debüt am Staatstheater Oldenburg.

Was wärst du geworden, wenn nicht Schauspieler?

Vielleicht hätte ich Germanistik und Anglistik studiert und wäre Lehrer geworden. Da ich sehr gerne mit Kindern und Jugendlichen agiere, könnte ich mir auch vorstellen anderweitig in der Jugendarbeit tätig zu sein, in der Entwicklungshilfe oder im Strafvollzug.

Du spielst bei Notruf Hafenkante einen Lehrer, wie muss man sich diesen Lehrer vorstellen? Eher konservativ-autoritär oder modern-nahbar? Wie fandest du deine Lehrer damals in der Schulzeit?

Mein Lehrer in Notruf Hafenkante unterrichtet Mathematik und Erdkunde. Für meinen Auftritt ist dies weniger relevant, da ich nicht unterrichtend gezeigt werde...leicht konservativ, aber engagiert. Meine eigene Schulzeit wurde von unterschiedlichsten Lehrertypen geprägt, von sogenannten '68ern neben konservativen Junglehrern, auch von Lehrern, die ihre Jugend im 2. Weltkrieg als Soldaten erlebt hatten, usw. Diese Vielfalt an Persönlichkeiten vermittelte mir eine Menschenkenntnis und einen Erfahrungsschatz die ich nicht missen möchte. Auch wenn ich auf die nähere Bekanntschaft der einen oder anderen Lehrkraft gut hätte verzichten können.

Du bist leidenschaftlicher Hobby-Koch, was ist dein Lieblingsessen und was kochst du am liebsten?

Ich bevorzuge die mediterrane Küche, esse gerne Fischgerichte und liebe selbstgemachte Pasta. Eines meiner Lieblingsrezepte: Ricotta-Ravioli mit Kräutern und Limonen (wer das Rezept möchte, bitte mailen) erfordert etwas Geschick und Zeit - ist sehr empfehlenswert!

Was sind deine Pl&aum;ne für die Zukunft beruflich wie privat?

Nachdem ich in den vergangenen Jahren immer großen Wert darauf gelegt habe, das Heranwachsen meiner Töchter (13/15) in vollen Zügen mit zu erleben, das heißt, wenig zu reisen und beruflich nicht jeder Verlockung zu erliegen, werde ich mich im kommenden Jahr mit großer Lust auf Land und Leute um weiterführende berufliche Projekte und zunehmende TV-Präsenz bemühen.

Vielen Dank für das Interview.
© Carina Becker




Interview mit Schauspieler Fabian Harloff



Was war eigentlich das allererste, was Sie fürs Fernsehen gemacht haben? Wann war das?

Ich habe schon im zarten Alter von drei Jahren für die Sesamstrasse vor der Kamera gestanden. Damals musste ich Kuchenteig naschen, das war cool!

Was wären Sie geworden, wenn nicht Schauspieler oder wollten Sie schon immer Schauspieler werden?

Ich bin schon die dritte Generation einer Schauspieler und Regisseur Familie. Irgendwie habe ich außer 'Fußballprofi' und Rockmusiker nie was anderes gewollt.

Was schätzen Sie besonders an der Serie Notruf Hafenkante, bzw. an den Dreharbeiten dazu?

Ich arbeite immer gerne in meiner Heimatstadt, so komme selbst ich noch teilweise an Orte, die ich noch nicht kannte. Und auch für die Zuschauer zeigt die Serie neben interessanten Geschichten auch ein gutes Stück Hamburg.

Wie ist die Zusammenarbeit im 'Notruf Hafenkante'-Team?

Wir sind ein wirklich gutes Team. Es wird viel gelacht, und jeder akzeptiert seine Kollegen so wie sie sind.

Gab es Momente am Set, die so besonders waren, dass Sie diese in Erinnerung behalten haben? Vielleicht eine Anekdote, die Sie mit den Lesern des Interviews teilen möchten/können?

Natürlich ist gerade die Tatsache, dass immer echte Sanitäter und ein medizinischer Berater vor Ort sind, Garantie für sehr viele interessante Geschichten. Für weitere Erlebnisse bin ich leider zu selten am Set.

Trefft ihr euch auch privat und unternehmt was zusammen?

Ich weiß, dass sich viele der Kollegen auch privat treffen, auch im Team wird viel außerhalb der Drehzeit unternommen. Da ich aber neben der Hafenkante noch mit vielen anderen Projekten beschäftigt bin, war ich noch nie dabei.

Wie viel Fabian Harloff steckt in Philipp Haase, bzw. wie viel Philipp Haase steckt in Fabian Harloff?

Ehrlich gesagt gleich Null. Das macht die Rolle aber auch so interessant.

Wie sehr ärgern Sie Versprecher oder andere Pannen auf der Bühne und beim Dreh?

Gerade die medizinischen Texte bei den Einlieferungen, bei denen ich am Anfang nicht die geringste Ahnung davon hatte, was ich da überhaupt erzähle, sind schwieriger als jeder Seiten langer Monolog. Da kriege ich echt regelmäßig das Kotzen.

Mit wem würden Sie gerne mal vor der Kamera stehen? Oder gibt es einen Regisseur mit dem Sie gerne mal arbeiten würden?

Es gibt viele Kollegen und Regisseure mit denen ich gerne arbeiten würde. Aber vor allen Dingen möchte ich mal in einem alten Historien Schinken mitspielen. Auf jeden Fall etwas, was nicht in der Gegenwart spielt.

Gibt es eine Lieblingsrolle, die Sie schon gespielt haben oder die Sie gerne mal spielen würden? Was muss eine Rolle ausstrahlen, damit Sie sagen: Diese Person möchte ich gerne spielen?

Es gibt Rollen, die spielt man einfach, ohne darüber nachzudenken. Entweder, weil sie einem sofort gefallen, oder weil die Miete gezahlt und die Kinder ernährt werden müssen. Nur ganz wenige Schauspieler können sich die Rollen wirklich aussuchen. Mal gehört man zu denen, mal nicht. ;-)

Was bedeuten Fans für Sie?

Gerade für mich auch als Musiker sind Fans das Brot, von dem wir uns ernähren. Sie sind die Basis. Wenn Dich keiner hören oder sehen will, bringt das niemandem etwas.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich liebe es, zu kochen, treibe als Ausgleich sehr viel Sport, aber meine größte Leidenschaft und eigentlich mein zweiter Beruf ist die Musik.
Wer mehr über mich wissen will:
http://www.fabianharloff.de/ oder http://www.myspace.com/faboharloff/.
Liebe Grüße, Fabian!

Vielen Dank für das Interview.
© Carina Becker




Interview mit Drehbuchautor Marc Blöbaum



Woran arbeiten Sie gerade?

Im Moment schreibe ich zusammen mit meiner Frau Stephanie einen neuen Fall für die Hafenkante.

Warum findet sich im Fernsehen so wenig vom "wirklichen Leben" wieder? Haben Sie da als Drehbuchautor gerade bei Serien wie Notruf Hafenkante, wo versucht wird auf Authentizität zu achten, die Gelegenheit einfach Alltagssituationen, die Sie kennen zu übernehmen?

Findet im Fernsehen wenig "wirkliches Leben" statt? Ich weiß es nicht. Natürlich werden in Serien und Spielfilmen Geschichten zugespitzt, dramatisiert, aber Grundlage sind Konflikte, die sich aus unserem Dasein und unserem Zusammenleben ergeben. Geburt, Liebe, Verlust, Sterben etc. Vielleicht erscheint die Umsetzung manchmal artifziell. Aber wer will, kann sich vor Künstlichkeit durch Recherche schützen. Also ja, ich übernehme auch Alltagssituationen. Weniger aus meinem eigenen Leben, sondern aus dem Umfeld, in dem ich meine Fälle und Figuren ansiedel.

Auf welche Art und Weise recherchieren Sie die Hintergründe zu den ernsten Geschichten (Sterbehilfe, etc.), die Sie schreiben?

Zum einen haben wir Ärzte und Polizisten, die uns bei Fachfragen beraten oder Fälle aus ihrem Berufsleben schildern. Manchmal wende ich mich an Anwälte. Und dann ist natürlich das Internet eine hervorragende Quelle, um an Informationen zu kommen.

Wie lange arbeiten Sie an einem Drehbuch für Notruf Hafenkante?

Von der ersten Idee bis zum fertigen Drehbuch dauert es ein paar Monate. Wobei zwischen den einzelnen Arbeitsschritten immer auch längere Pausen liegen. Es funktioniert auch nicht, die reine Schreibzeit am Computer zu Wochen, Tage und Stunden zu addieren. Die Arbeit an einem Buch heißt oft auch ein ungelöstes Finale, eine fehlende Wendung oder einen unbefriedigenden Anfang gedanklich durch ein Wochenende zu schleppen. Oder zwei.

Es ist sehr vielseitig, was Sie schreiben: Sie haben einerseits z.B. Bojes Humor und dann einen dramatischen Einsatz in einem Buch, wo es beim Dreh dann in einem Fluss abläuft. Schreiben Sie solche Geschichten getrennt und flechten Sie dann für die Produktion zusammen, oder versuchen Sie auch in einem Fluss zu schreiben mit Ortswechseln im direkten Schreibverlauf?

Wenn ich die Frage richtig verstanden habe, dann lautet die Antwort: Ich schreibe ein Drehbuch von Szene 1 bis 50 durch. Naja, manchmal gibt es so kniffelige Szenen, die überspringe ich zunächst, weil ich nicht in der Stimmung bin, etwas Melancholisches oder Trauriges zu schreiben. Und dann rückt der Abgabetermin näher. Die Zeit des mimosenhaften Zögerns ist vorbei, ich schnür meinen Dramaturgie-Rucksack und auf geht´s.

Fügen Sie die Regieanweisungen ein, wie der Kameraverlauf z.B. sein sollte oder ist das dann schon die Arbeit des Regisseurs oder Kameramanns, damit meine ich Anweisungen wie z.B. bildschrimfüllend?

Kameraeinstellungen schreibe ich ganz ganz selten in ein Drehbuch. Die Szene auflösen, die Schauspieler führen - das machen Regie und Kamera. Weil es ihr Job ist und sie es viel besser können, als ich.

Wie weit vor dem Abgabetermin müssen Sie das Treatment erstellt haben und vermutlich auch an die Produktion zur Kontrolle abgegeben haben?

Das Treatment ist der Arbeitsschritt vor dem Drehbuch. Und beides wird mit Produktion und Redaktion besprochen. Rechtzeitig vor dem Drehtermin.

Schreiben Sie Dialoge eher 'durch die Blume' oder direkt?

Das hängt von den Charakteren ab, die ich reden lasse. Manche lieben das klare Wort, andere versuchen ihre Absichten und Wünsche indirekt zu äußern. Aus Scham, Eitelkeit... warum auch immer. Und dann kommt es natürlich auf die Situation an. Unter Zeitdruck, im Stress, in Bedrängnis lasse ich Charaktere lieber schnörkellos kommunizieren.

Wie haben Sie sich vor der Arbeit am Drehbuch zu Notruf Hafenkante mit den Figuren auseinandergesetzt?

Meinen Sie das Ensemble? Ich seh mir bestehende Folgen an. Schaue, wie die Schauspieler agieren, wie sie ihre Rolle ausfüllen. Für die Episoden-Rollen gilt das oben genannte: Recherche. Und dann versuche ich ein möglichst kohärentes psychologisches Profil zu entwickeln.

Welches Kriterium bei der Figurenentwicklung ist für Sie das wichtigste: Das physiologische, das soziologische oder das psychologische?

Wie gesagt, die Psychologie einer Figur muss stimmen. So zerrissen sie auch sein mag, ihr Handeln muss ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen.

Frank Daniel, einer der besten Drehbuchlehrer der Welt sagte einmal auf die Frage, was das dramaturgische Grundprinzip von spannenden Geschichten sei "Somebody wants something badly... and has a hard time getting it." - wie stehen Sie dazu?

Da hat Frank Daniel absolut recht. Die Hauptfigur hat ein Ziel und will es mit allen Mitteln erreichen. Sie muss Hindernisse überwinden, Feinde besiegen, Verbündete gewinnen, Freunde überzeugen... Sie muss handeln. Und wir wollen wissen: Verdammt - erreicht er (oder sie) das Ziel oder nicht?

Ich gehe davon aus, dass Sie am Computer schreiben: Benutzen Sie ein spezielles Drehbuchprogramm oder ein normales Schreibprogramm?

Ich schreibe in der Regel ohne Drehbuchprogramm, benutze ganz normales Word.

Wie sieht die Arbeit und deren Verteilung innerhalb des Teams eigentlich aus? Arbeitet jeder Autor an einer unterschiedlichen Szene und wie entsteht das komplette Drehbuch für die Episode anschließend?

Jede Folge wird von einem Autor bzw. einem Autorenpaar geschrieben. Es gibt keine Arbeitsteilung in Plot-Supervisor und Dialog-Autoren o.ä.

Wie schützen Sie sich vor Ideenklau?

Gar nicht. Ich glaube auch nicht, dass sich Autoren, Produzenten oder Regisseure gegenseitig bewusst Ideen klauen. Manchmal gibt es Koinzidenzen, weil manche Geschichten einfach in der Luft liegen. Dann können parallel zwei identische Stoffe enstehen. Ich denke immer, wenn ich eine gute Idee habe, dann wird man mich diese Idee auch umsetzen lassen. Und nicht jemand anderes darauf ansetzen.

Vielen Dank für das Interview!
© Carina Becker




Interview mit Schauspielerin Rhea Harder



Was war eigentlich das allererste, was du fürs Fernsehen gemacht hast? Wann war das?

1994 eine Persil Werbung

Was wärst du geworden, wenn nicht Schauspielerin oder wolltest du schon immer Schauspielerin werden?

Pferdewirtin, ich habe ehrlich gesagt nie daran gedacht Schauspielerin zu werden.

Was schätzt du besonders an der Serie Notruf Hafenkante, bzw. an den Dreharbeiten dazu?

Ich finde es jeden morgen schön, mir meine Uniform anzuziehen und das Tagwerk zu starten. Ich liebe es mit meinen Kollegen und insbesondere mit Frank Vockroth kleine Feinheiten in einer Szene zu entwickeln und bin ganz stolz auf unser wunderbares Team.

Wie ist die Zusammenarbeit im 'Notruf Hafenkante'-Team?

Wir können uns all aufeinander verlassen.

Trefft ihr euch auch privat und unternehmt was zusammen?

Ja, wir sitzen oft zusammen und bequatschen den Tag bei leckerem Essen.

Wie viel Rhea Harder steckt in Franzi Jung, bzw. wie viel Franzi Jung steckt in Rhea Harder?

Ach, in jeder Rolle steckt auch ein bischen was von mir. Bei Franzi ist es wohl der Glaube an das gute im Menschen und der Wille gute Arbeit zu machen.

Wie sehr ärgern dich Versprecher oder andere Pannen auf der Bühne und beim Dreh?

Manchmal bringen sie misch zur Weissglut, doch das bingt ja nix, dann wirds nur schlimmer.

Gibt es eine Lieblingsrolle, die du schon gespielt hast oder die du gerne mal spielen würdest?

Ich möchte gern in einem Märchenfilm mitspielen.

Was muss eine Rolle ausstrahlen, damit du sagst: Diese Person möchte ich gerne spielen?

Ich muss mich in sie hineinversetzen können. Spüren können, wie sie tickt und Raum haben mir Charakterzüge auszudenken.

Was bedeuten Fans für dich?

Sie sind mein Publikum, meine unmittelbaren Kritiker. Ich finde sie sehr wichtig.

Was machst du in deiner Freizeit?

Mit meiner Familie zusammen sein, reiten gehen, Freunde treffen,....

Vielen Dank für das Interview!
© Carina Becker

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